www.
muenchen
-der-film.de



Hintergründe zum Steven-Spielberg-Film über den
Terror-Anschlag auf die Olympischen Spiele, München 1972

► Home

► Forum / Ihre Meinung

Der Terror-Anschlag

► Die Vorbereitung

► Der Angriff

► Die Verhandlungen

► Das Desaster

► Die Vergeltung


► Bücher / Filme / Quellen

Spielbergs Film

► Inhalt / Stab / Besetzung

► Die Malta-Connection

► Spielbergs Gedanken




► Impressum

Die Vorbereitung


Am 15. Juli 1972 sitzen drei führende Mitglieder der Fatah-Zelle "Gruppe Schwarzer September" (Ailul al Aswad) in Rom in einem Café an der Piazza della Rotonda zusammen: Abu Daoud, Abu Iyad und Abu Mohammed. Beim Blättern in einer arabischen Zeitung fällt ihnen ein Artikel ins Auge, der darüber berichtet, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf zwei Bewerbungen der palästinensischen Jugendorganisation zur Teilnahme an den bevorstehenden Olympischen Spielen in München noch nicht einmal geantwortet habe. Die drei beschließen für eine palästinensische Teilnahme außerhalb der Regeln des IOC zu sorgen. Bereits zwei Tage später fliegt Abu Daout zum ersten Mal nach München und inspiziert das zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig fertiggestellte Olympiagelände. Anfang August hat Daoud zwei Männer rekrutiert, die sich ideal als Anführer für die geplante Aktion eignen: Luttif Afif, genannt Issa, und Yusuf Nazzal, genannt Tony. Beide leben seit Jahren in Deutschland, studieren in Berlin und sind polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten. Und beide sind glühende Anhänger für die Sache der Palästinenser. Issa gelingt es spontan, sich einen der begehrten Studentenjobs rund um die Olympischen Spiele zu ergattern: Er wird Bedienkraft in einer Kantine im Olympischen Dorf.

PlakatPosterOffzielles Plakat

Am 24. August 1972 - zwei Tage vor Eröffnung der Spiele - fliegt Iyad mit zwei Familienangehörigen von Algier über Paris nach Frankfurt. Die Kontrollen auf den Flughäfen sind lasch, und so kann Iyad unbehelligt größere Mengen an Waffen und Munition nach Deutschland bringen, die er an Daoud in einem Frankfurter Hotel übergibt, und die dieser per Bahn weiter nach München transportiert. Dort quartiert Daoud sich im Hotel Eden Wolff ein, beobachtet die ersten Tage der Spiele, verschafft sich eine Übersicht über die Gewohnheiten der Sicherheitsmannschaften und feilt in den nächsten Tagen mit Issa und Tony an den Einzelheiten seines mörderischen Plans.

Olympic ParkOlympiapark,
München

Am Abend des 4. September 1972 besuchen sieben Mitglieder der israelischen Nationalmannschaft eine Aufführung von "Anatevka" ("Fiddler on the Roof") im Deutschen Theater München. Während der israelische Star-Tenor Shmuel Rodensky die Balladen des ebenso chronisch unterfinanzierten wie penetrant gut gelaunten Milchmannes Tevje schmettert, treffen sich in dem weit weniger ansprechendem Ambiente des Münchener Bahnhofsrestaurants Daoud, Issar und Tony mit sechs jungen Fedayeen, die in den vergangenen Tagen in kleinen Gruppen nach München gereist waren. Die Männer haben ihre Jugend in Flüchtlingslagern im Libanon verbracht, in den letzten Wochen hatten sie in Lybien einen Schnellkurs in Waffenkunde und Nahkampf absolviert, jetzt erst - wenige Stunden vor dem geplanten Angriff - erfahren sie, wofür sie ausgewählt wurden, wofür sie notfalls sterben sollen.

Olympic ParkOlympisches Dorf

Gegen Mitternacht sind die meisten Mitglieder der israelischen Nationalmannschaft wieder in ihren Unterkünften im Olympischen Dorf. Einzig Moshe Weinberg, Ringer-Trainer, der vor wenigen Wochen Vater geworden war, feiert noch bis etwa 3:30 Uhr mit Mitgliedern des "Anatevka"-Ensembles in der Discothek "Shalom" in München-Schwabing. Hätte seine Feierlaune eine gute halbe Stunde länger angehalten, er wäre dem Attentat entronnen, so aber wird er das erste Opfer an diesem Tag werden.

Als Weinberg gegen 4:00 Uhr in seinem Quartier eintrifft, fahren am Olympiagelände in der Nähe von Tor 25a drei Taxen vor. Neun arabisch aussehende Männer steigen aus. Sie tragen Trainingskleidung und haben schwere Sporttaschen und Rucksäcke dabei.

Die Täter


Abu IyadAbu Daoud
Abu Iyad, Abu Daoud,
Drahtzieher des Anschlags



Luttif AfifYusuf Nazzal
Luttif Afif ("Issa"), Yusuf Nazzal ("Tony"),
Anführer des Terror-Kommandos



Adnan al-GasheyJamal al-Gashey
Adnan al-Gashey und sein Burder Jamal


Mohammed SafadyAhmed Chic Thaa
Mohammed Safady, Ahmed Chic Thaa


Afif Ahmed HamidKhalid Jawad
Afif Ahmed Hamid, Khalid Jawad




"Schwarzer September"


Im September 1970 kam es im westlichen Jordanien zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen nach Aufständen der wegen des 6-Tage-Krieges 1967 aus den von Israel besetzten Gebieten nach Jordanien eingewanderten und geflüchteten Palästinenser. Vorausgegangen war ein erfolgloses Attentat auf den jordanischen König Hussein am 2. September 1970.

In der Folge trieb die jordanische Armee die Palästinenser mit großer Brutalität aus dem Land. Kurz darauf gründete sich die "Gruppe Schwarzer September" (Black September Organisation, BSO) aus gewaltbereiten Palästinensern, die blutige Rache an König Hussein und der jordanischen Armee schworen. Die paramilitärisch ausgeführten Terror- und Sabotageaktionen der Fedayeen ("Gotteskrieger") richten sich jedoch schon bald vorwiegend gegen den "Erzfeind" Israel.

Die Anzahl der Mitglieder wurde 1972 auf 300 - 400 geschätzt. Ende 1973 löste sich die Gruppe auf Druck der "Palästinensischen Befreiungs-Organisation" PLO auf. Die BSO verfügte nie über klare Führungsstrukturen, sondern operierte in kleinen unabhängigen Zellen.
04. 09. 2010 Dies ist nicht die offizielle Seite zum Film "München" der Universal Pictures