 | Hintergründe zum Steven-Spielberg-Film über den Terror-Anschlag auf die Olympischen Spiele, München 1972 |  |
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Der Angriff
Das Olympische Dorf war mit einem einfachen, etwa zwei Meter hohen Zaun umgeben, ohne Stacheldraht, ohne Überwachungskameras, ohne besondere Ausleuchtung. Die Heiterkeit der Spiele sollte durch nichts Martialisches gestört werden. Nachts waren nur vier der Zugangstore geöffnet, und so hatten es sich Athleten, die dem Charme der Münchener Gastronomie länger gehuldigt hatten, als es ihre sportlichen Ambitionen eigentlich zuließen, es sich zur Gewohnheit gemacht, bei nächtlicher Rückkehr zur Abkürzung des Heimweges den Zaun zu übersteigen.
Als sich der neunköpfige Fedayeen-Trupp um 04:10 Uhr dem Zaun nähert, treffen sie auf eine Gruppe heimkehrender Amerikaner. Für Abu Daoud, Issa, Tony und die anderen, mag es eine Schrecksekunde gewesen sein, für die US-Boys nicht: Gutgelaunt helfen sie ihren "Sportkameraden" beim Übersteigen des Zaunes, reichen ihnen die schweren Sporttaschen - gefüllt mit automatischen Waffen und Handgranten - herüber und verabschieden sich dann freundlich. Die Szene wird von drei Postbeamten beobachtet, die einer Störung des Telefonnetzes auf der Spur sind. Sie mögen sich über den geringen Schlafbedarf der sporttreibenden Jugend wundern, einen anderen Verdacht schöpfen nicht. Jenseits des Zauns bleibt Abu Daoud zurück. Sein Job als Planer und Vorbereiter ist in diesem Moment erledigt, zu den "kämpfenden" Einheiten gehört er nicht. Er macht sich eilig auf, zunächst die Stadt, dann das Land zu verlassen.
 | Gebäude Conollystraße 31 |
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Gegen 04:35 Uhr hört Yossef Gutfreund, Schiedsrichter bei den Ringerwettkämpfen, Lärm vor seinem Appartment im Olympischen Dorf, im Erdgschoss des Gebäudes Conollystraße 31. Jemand macht sich an der Tür zu schaffen. Als er dann auch noch arabische Stimmen hört, realisiert er die Gefahr. "Achtung, Terroristen!" ruft er seinen Kameraden zu und wirft mich seinen ganzen 132 kg gegen die Tür. Lange kann er die Eindringlinge nicht aufhalten, aber doch lange genug, um seinem Kameraden Tuvia Sokolovsky die Flucht durch ein Fenster auf der Gebäuderückseite zu ermöglichen. Als die Angreifer in Moshe Weinbergs Zimmer stürmen, geht dieser mit einem Küchenmesser auf sie los. In einem kurzen, aber heftigen Handgemenge wird er durch einen Streifschuss ins Gesicht außer Gefecht gesetzt.
In den folgenden Zwanzig Minuten stürmen die Fedayeen zahlreiche weitere Appartments in den umliegenden Häusern und setzen etwa die Hälfte des israelischen Olympiamannschaft fest. Sie treiben ihre Geiseln in der Conollystraße 31 zusammen. Die ganze Aktion verläuft derart schnell, leise und koordiniert, dass bis dahin niemand einen Notruf bei der Polizei abgesetzt hat.
Um 04:52 Uhr unternimmt der verletzte Weinberg zusammen mit dem Ringer Gad Zabari und dem Gewichtheber Josef Romano einen Fluchtversuch. Zabari kann durch den Keller in die Freiheit entkommen, für die anderen beiden endet der Ausbruchsversuch im Kugelhagel aus den automatischen Gewehren der Terroristen. Weinberg ist sofort tot, Romano, dem die Attentäter jedwede medizinische Hilfe in der Folge verweigern, verblutet qualvoll im Laufe der nächsten Stunden. Damit verbleiben neun Geiseln in den Händen der Fedayeen.
 | Fedayeen auf Wachgang |
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Die Schießerei ist in der nächtlichen Ruhe des Olympischen Dorfes weithin hörbar gewesen. Um 04:55 Uhr geht der erste Notruf in der Polizeiwache des Olympiageländes ein. Drei Minuten später treffen zeitgleich zwei Polizeibeamte und mehrere Mitglieder des olympischen Ordnerdienstes vor den Unterkünften der israelischen Nationalmannschaft ein. Issa winkt die Leute heran. "Verständigen sie die israelische Regierung", sagt er in deutsch, "es ist uns ernst." Dann zieht er sich in das Gebäude zurück und lässt von einem seiner Kumpane Flugblätter vom Balkon im ersten Stock werfen.
 | Terrorist auf dem Balkon |
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Darin fordert die Organisation "Schwarzer September" die Freilassung von 234 einzeln namentlich genannten Gesinnungsgenossen, die sich in israelischer Haft befinden. Sollten ihre Forderungen nicht bis 9:00 Uhr erfüllt sein, so drohen sie, würden sie ihre Geiseln erschießen.
|  | Die Opfer
  Moshe Weinberg, Joseph Romano
  Yossef Gutfreund, David Berger
  Mark Slavin, Yakov Springer
  Zev Friedmann, Amitzur Shapira
  Eliezer Halfin, Kehat Shorr
 Andre Spitzer
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04. 09. 2010
 | Dies ist nicht die offizielle Seite zum Film "München" der Universal Pictures | |  |
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